Ich bin nach § 242 StGB (Hochverrat) angezeigt/angeklagt. Was nun?

Die bloße Anzeige entspricht – so das Grundprinzip jedes Rechtsgefüges – noch keiner Verurteilung. Dennoch kann es im Vorfeld einer derartigen Anschuldigung/Strafverfolgung schon bei der Verweigerung einer polizeilichen Einvernahme zu gewaltsamen Handlungen zulasten des Beschuldigten/Verdächtigen kommen.

Empfehlung deshalb: Sollten Sie sich tatsächlich zum Besuch einer Polizeistation entschließen, um ebenda eine Aussage zu tätigen, so tun Sie dies niemals alleine. Es ist Ihr staatsbürgerliches Recht, eine vertraute Person, einen Rechtsbeistand und/oder einen Anwalt hinzu zu ziehen und auch mit zu führen. Wichtig: Während einer polizeilichen Befragung ist es nicht gestattet, Ratschläge, Aussagenkorrekturen und/oder Zurechtweisungen mitgebrachter Personen anzunehmen. Wohl darf die Begleitperson zuhören, Sie jedoch nicht (offenbar) manipulieren. Falls Sie sich beraten wollen, dürfen Sie die Befragung unterbrechen und sich alleinig mit Ihrem Vertrauten besprechen.

Bestehen Sie nach Protokollabschluss, also noch vor Unterzeichnung der Aufzeichnung/Protokollierung jener Befragung auf die Aushändigung einer Kopie.

Polizisten (Innen-/Außendienst/KRIPO/LKA/BKA) dürfen Sie – falls kein Verdacht auf Beteiligung an einem Gewaltverbrechen besteht – niemals anfassen. Die erkennungsdienstliche Behandlung (Abnahme von Fingerabdrücken, Speichel-/Blut-/Urinproben) ist ausnahmslos auf staatsanwaltliche Anordnung gestattet.

Bemerkenswert: Es gibt in Österreich keine primäre Ausweispflicht für Inländer/österreichische Staatsbürger.

Optimum: Lassen Sie sich während der Vor-Verhandlungsphase auf Basis einer persönlich gezeichneten Vollmacht vertreten. Auf diese Weise generieren Sie seitens der Behördenvertreter zumindest Obacht (vermutlich jedoch keinen Respekt).

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